am MONTAG, den 03.01.00


Werner stand nun wieder vor seinem Kleider Schrank,
und überlegte wie gestern, **was er anziehen könnte. Um elf Uhr am Vormittag würde der Notar das Testament des Onkels vorlegen. Dieser Anlaß **war zwar ganz sicher nicht festlicher als die Trauerfeier, aber ebenso sicher **war es die wichtigere Veranstaltung, die schon am offenen Grab alle in Atem gehalten hatte. Werner hatte sich schon vorgenommen, hierzu überhaupt garnicht erst zu erscheinen, um sein geringes Interesse am Erbe zu demonstrieren. Eine solche Geste würde aber sicher völlig aufgesetzt und - wie Werner die **Wahrnehmung des Kriminologen einschätzte - **wohl auch verdächtig auf den Bärtigen wirken.
Werner entschied sich schließlich den selben schwarzen Anzug wie Zur Beerdigung anzuziehen. Nahm jedoch diesmal die grüne Krawatte und dachte mit einem Schmunzeln daran, daß heute eigentlich die ganze Familie diese Farbe der Hoffnung tragen müßte. Tatsächlich mußte der Besuch des Onkels beim Notar noch kurz vor dessen Tod nicht zwangsläufig bedeuten, daß er enterbt **worden **war. Werner rechnete sich inzwischen wieder eine realistische Chance aus, zumindest nicht ganz leer auszugehen.